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Munera

Der eigentliche Höhepunkt im Amphitheater waren die MUNERA. Sie wurden mit einer feierlichen Prozession eröffnet. Die Gladiatoren betraten die Arena, hielten zunächst vor dem Balkon des Kaisers und begrüßten ihn     mit lauter Stimme: AVE IMPERATOR, MORITURI TE SALUTANT! („Sei gegrüßt, Herrscher, die, die sterben werden, grüßen dich!“). Dann wurden die Kämpfenden unter musikalischer Begleitung namentlich vorgestellt. Unter den Rufen der Menge, die ihre Favoriten anfeuerten, begann der Zweikampf der Gladiatoren.

Es gab verschiedene Gladiatorentypen. Einige nannte man nach Ländern, etwa die THRAKIER, die einen geschlossenen Helm mit Helmbusch, ein gebogenes thrakisches Schwert und einen rundes Schild trugen. Andere wurden nach den von ihnen verwendeten Waffen oder nach ihrer Kampfart bezeichnet. So trug der HOPLOMACHUS (griechisch: „schwerer Kämpfer“) Beinschienen, ein gerades Schwert und einen großen eckigen Schild. Der RETIARIER (Netzträger) trug einen Lendenschurz mit einem Breiten Gürtel und war mit einem Netz und dem Dreizack ausgerüstet. Er kämpfte fast immer gegen den SECUTOR (Verfolger), der mit Kurzschwert und Schild bewaffnet war und einen Helm trug, an dem das Netz des Retiariers nur schwer hängen bleiben konnte. Der MURMILLO war nur mit einem Schwert bewaffnet und auf seinem Helm war eine Verzierung in Form eines Fisches; er schützte sich allein mit seinem gepanzerten Schwertarm.

Die Munera waren kein wildes Gemetzel, sondern kunstvoller Kampf. Es fochten meist nur zwei Gladiatoren in der Arena. Die Paarungen waren dabei festgelegt. So trat der Retiarius immer gegen den Secutor an. Die Zuschauer waren durchaus fachkundig und achteten auf die technischen Feinheiten eines Kampfes. Natürlich ging der Kampf auf Leben und Tod, aber in der Regel blieb der unterlegene Kämpfer am Leben. Hatte er allerdings schlecht gefochten, dann forderte das enttäuschte Publikum seinen Tod. Der Kaiser senkte dann seinen Daumen, worauf der Verlierer vom Sieger getötet wurde. Der Sieger wurde mit einem Kranz gekrönt und durfte die Arena mit einem Palmenzweig verlassen.

Wie wurde man Gladiator? - Die meisten Gladiatoren waren Sklaven oder Kriegsgefangene, die von dem Besitzer einer Gladiatorenschule gekauft und ausgebildet wurden. Wenn ein Kaiser einen MUNERA veranstalten wollte, mietete er sich diese Gladiatoren. Natürlich kosteten die guten Gladiatoren viel Geld und der Kaiser musste für gute Kämpfe tief in die Tasche greifen.

Die Gladiatoren beendeten ihre Laufbahn (und ihr Leben) meist frühzeitig. Wem es aber gelang zu überleben, konnte es zu Ruhm und sogar zum freien Mann bringen. Die größten Könner unter ihnen wurden von den Zuschauern wie heutige Sportidole vergöttert und konnten ein beträchtliches Vermögen anhäufen.

 

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Freizeit in Rom - Sachtext 393