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Vom Erkennen des Götterwillens

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Vor jeder wichtigen Entscheidung versuchten die Römer herauszufinden, ob die Götter günstig gestimmt waren. Sollten die Götter nämlich gerade nicht gut gelaunt sein, konnte es vielleicht besser sein, die Entscheidung zu verschieben. Es stellt sich also immer die Frage nach dem Willen der Götter.

Zeichen, lateinisch Monstra, aus denen man den Willen der Götter ersehen konnten waren Donner und Blitze, der Flug der Vögel, das Fressenverhalten von Hühnern, vierfüßiger Tiere, die einem über den Weg liefen - z.B. ein Fuchs, ein Hund oder ein Wiesel, alle anderen zufällige Zeichen, z.B. Schuhedrücken, Anstoßen mit dem Fuß, Niesen.

augurAugur beobachtet ein fressendes HuhnDiese Zeichen wurden von besonderen Priestern, so genannten Auguren, gedeutet. Besonders beliebt war die Deutung des Vogelfluges. Diesen Vorgang nannten die Römer Auspicium. König Romulus soll als erster überhaupt ein Auspicium abgehalten haben, und zwar auf dem Hügel Palatin.

Eine andere Art Priester, nämlich die Haruspices, konnten den Götterwillen am Zustand der Innereien von Opfertieren erkennen. Dazu prüften sie Herz, Leber, Milz, Lunge und Galle auf Fehlbildungen.

Die Römer hatten die Kunst der Götterzeichendeutung (ars divinationis) von einem Nachbarvolk, den Etruskern übernommen.

Eine Deutung der Götterzeichen musste bei jeder wichtigen politischen Entscheidung (Wahl der Beamten, Kriege, Gesetzgebung usw.) eingeholt werden. War das Zeichen ungünstig, musste die Entscheidung verschoben werden.

Augur konnte nur ein Mann von untadelhaftem Leben und gesundem Körper werden und blieb es dann lebenslang. Ihre Auszeichnung war ein purpurgestreiftes Kleid und ein Krummstab.

Das Verfahren der Auguren war folgendes: der Augur im Augurenkleid und einer spitzen Filzmütze teilt auf dem Augurienplatze das Gesicht nach Süd gewendet mit dem Augurstab den Himmel durch die Mittagslinie und eine zweite, diese kreuzende Linie in vier Teile. Nun wendet der Augur das Gesicht nach Süden, betet (meist zum Jupiter) und beobachtet schweigend den Himmel.

Leber EtruskerGut ist es, wenn die Erscheinung am reinen Himmel sind. Ein schlimmes Zeichen ist es, wenn dem Augur etwas aus der Hand fällt. Das Erscheinung von Adlern und Tauben ist glücklich, das von Raubvögeln und auch Schwalben unglücklich, doch kommt es auch auf die Seite an, woher sie kamen. Von links kommende Vögel sind gut, von rechts schlecht. Glücklich war auch die Erscheinung einer Schaar verschiedener Vögel, oder wenn einem Habicht die Beute entfällt und er dieselbe nicht wiederfängt; unglücklich dagegen, wenn ein Habicht seine Beute wegträgt.

Ist das Auspicium glücklich, so spricht der Augur: „Aves addicunt" (die Vögel willigen ein, die Zeichen sind gut), oder „impetritum est" (es ist glücklich zu Stande gebracht), Ist das Auspicium unglücklich, , so sagt er: „Obnuncio" (ich verhindere), oder „alio die" (an einem andern Tage).