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Was ist Latein?

Latein ist eine über 2500 Jahre alte europäische Sprache, die als Literatursprache seit der Antike die europäische Kultur prägt.

 

Woher kommt Latein?

Latein ist aus der gleichen Ursprache (dem Indo-Europäischen) entstanden wie das Englische, Deutsche und Griechische, aber auch Persisch und Hindi.

Der "Sprachenbaum" zeigt, welche Sprachen aus der indo- europäischen Ursprache entstanden sind.

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Wo entstand Latein?

Latein entstand im heutigen Italien am Unterlauf des Tibers um ca. 800 vor unserer Zeit.

Damals hatten sich in Italien Stämme niedergelassen, die aus dem nord-osten Europas eingewandert waren.

Am Tiber ließ sich der Stamm der Latiner nieder. Noch heute heißt die Region rund um Rom Latium.

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Zwischen 250 v.u.Z. und 116 nach erweiterterten die Römer beständig ihren Machtbereich. Westeuropa, Nordafrika und der vordere Orient gehörten zum Imperium Romanum.

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Wo wurde Latein gesprochen?

In der westlichen Hälft des Römischen Reiches wurde Lateinisch schnell zur Verkehrssprache, im Osten übernahm diese Funktion das Altgriechische.

Was wurde aus dem Lateinischen?

Lateinisch wurde mit der Zeit zur Muttersprache der Menschen im westlichen Teil des Römischen Reiches. Im Laufe der Zeit veränderte sich dieses Latein immer stärker. So entstanden die romanischen Sprachen.

Im Grunde wird Latein noch heute gesprochen, es wird nur nicht mehr Latein genannt, sondern Französisch, Spanisch, Italienisch

 

Welches Latein lernen wir heute?

Im Lateinunterricht lernt man ein Latein, das in dieser Form niemals gesprochen wurde: die lateinische Literatursprache. Diese Art des Lateinischen unterscheidet sich durch seine Formenvielfalt und grammatische Komplexität vom gesprochenen Latein.
Anders als das gesprochene Latein wurde das schriftsprachliche Latein bis weit in die Neuzeit hinein gepflegt und in Kunst und Wissenschaft benutzt.

03 Sprachgeschichte Schriftsprach
Erst Ende des 17. Jahrhundert erschienen z. B. in Deutschland mehr deutsche als lateinische Bücher. Noch Goethe verfasste seine Doktorarbeit im Schriftlatein.

 

Latein heute

Als das Gymnasium als Schulform, wie wir es kennen, 1812 in Preußen eingeführt wurde, war Latein seit langer Zeit keine gesprochene Sprache mehr und auch als Wissenschaftssprache schwand seine Bedeutung erheblich. Gleichwohl war es - gefolgt von Mathematik - das Fach mit dem größten Anteil an der Unterrichtszeit.

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Welches Ziel soll mit Latein erreicht werden?

 

Ziel des Gymnasiums war damals und ist heute die Hochschulreife. Der Abiturient soll in der Lage sein, ein Studium an einer Universität aufzunehmen und selbständig abzuschließen.

Aufgabe des Gymnasiums ist es, dem Schüler das Denken und das Lernen zu lehren. Ziel ist also nicht die Vorbereitung auf das Berufsleben, sondern eine grundlegende Geistesbildung.

Mathematik und die alten Sprachen Griechisch und Latein, Sprachen die hohes Abstraktionsvermögen fordern und fördern, hielt man für besonders geeignet diese Geistesbildung zu bewirken.

Dass man diese Ziele mit Griechisch und Latein erreichen wollte - und nicht durch eine andere Sprache -, liegt an dem besonderen Struktur der alten Sprachen. Latein und Griechisch stellen nämlich hohe Ansprüche an die Kombinationsgabe der Schüler, ihre Merkfähigkeit und ihr grammatisches Verständnis.

Daneben glaubte man an einen ethischen Mehrwert der alten Sprachen. Die intensive Beschäftigung mit der Kultur der Antike sollte - so die Theorie -  den Schüler zu einer selbstbewussten, aufgeschlossenen und reflektierten Persönlichkeit machen.