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Vokabeln lernen und wiederholen

Folgende Hinweise gelten für die Arbeit mit Vokabelkasten und Lernprogramm

1. Schreiben der Vokabelkarten

Jede Vokabel wird auf eine Vokabelkarte geschrieben und zwar nach folgendem Muster:

 Vokabellernen

 

2. Lernen der Vokabel

Bevor die Vokabel in den Vokabelkasten kommt, muss sie gelernt werden. Diese beiden Schritte >Lernen< und >Wiederholen im Vokabelkasten< sind strikt zu trennen! Noch nicht gelernte Vokabeln haben im Vokabelkasten nichts verloren. Je besser die Vokabeln gelernt werden, desto weniger Aufwand hat man mit dem Vokabelkasten!

Wie lernen?Hier muss letztlich jeder seinen eigenen Weg finden. Wichtig ist aber, dass nicht einfach irgendwie gelernt wird, sondern dass Sie das Lernen gemeinsam mit Ihrem Kind beobachten und gegebenenfalls überdenken.  Im Folgenden beschreiben wir ein Verfahren, das wir aus eigener Lern- und Unterrichtserfahrung für die meisten Lerntypen als geeignet erachten und das auf fünf Grundsätzen beruht:

  • Laut lernen! – Je mehr Sinne beim Lernen aktiviert werden, desto mehr Anknüpfungspunkte findet die Vokabel im Gehirn. Durch lautes Vorsprechen wird der Gehörsinn genutzt. Wichtig dabei: nicht leiern, sondern konzentriert auf jede Silbe achten und mit dem Wort „spielen“, d.h. das Wort mal laut, mal leise, hoch, tief, als Frau, als Mann, als Bayer usw. aussprechen.
  • In Bildern lernen! – Auch die bildliche Vorstellung kann genutzt werden. Das ist einfach bei Vokabeln mit konkreter Bedeutung: Lerne ich „templum“, stelle ich mir verschiedene Tempel dazu vor. Lerne ich „intrare“ (eintreten), sehe ich vor meinem geistigen Auge, wie ich meine Wohnung betrete, wie mein Vater ein Geschäft betritt, wie mein Deutschlehrer ins Lehrerzimmer tritt usw.
  • Aktiv lernen! - Neben Aug und Ohr kann auch der Körper mitlernen. Das ist einfach bei Vokabeln wie pellere (stoßen), ire (gehen) oder clamor (Geschrei). Hier kann man die passenden Bewegungen oder Gesten dazu machen.
  • In Zusammenhängen lernen! – Im Text kommen die Vokabeln nicht alleine und selten in ihrer Grundform vor, in der sie gelernt wurden. Daher ist es nötig, bereits während des Lernens die Vokabeln aktiv zu verändern und sie mit anderen Vokabeln zu kombinieren. Man kann z.B. auf einem Schmierblatt das zu lernende Verb konjugieren (also in die verschiedenen Zeiten und Personen setzen) oder ein Substantiv deklinieren. Daneben kann man sinnvolle Kombinationen bilden: Wenn ich videre (sehen) lerne, warum nicht gleich auf Latein einen kleinen Satz bilden: video amicam (Ich sehe die Freundin).
  • Konzentriert lernen! – Die beste Methode nützt nichts, wenn man sie nicht ernst nimmt. Wer nur mit halbem Herz und Hirn lernt, lernt um zu vergessen. Hilfreich ist es die Vokabelmenge und das Zeitmaß festzulegen, in dem man sich voll und ganz der anstehenden Sache widmet, auch wenn man glaubt früher fertig zu sein. Praktisch heißt das: Ich lerne jetzt eine viertel Stunde lang diese zehn Lateinvokabeln, schaue nicht auf die Uhr und lasse mich nicht ablenken, bis der Wecker klingelt. Ich höre nicht vorher auf, auch nicht, wenn ich glaube, die Vokabeln bereits zu können.

Wendet man diese Grundsätze an, könnte eine Lernsequenz so ablaufen: Wenn ich das Wort audire (hören) lernen möchte, dann spreche ich es laut, halte mir die Hand an die Ohrmuschel (Geste), stelle mir dabei vor, wie ich eine gute Freundin höre (Bild) und ergänze das Wort zu „audio amicam“ (Zusammenhang).

Noch ein Wort zum Zeitpunkt des Lernens: Sinnvoll ist die Zeit kurz vor der Nachtruhe, weil so verhindert wird, dass andere Eindrücke und Erlebnisse das Gelernte „überlagern“. In diesem Zusammenhang warnen wir ausdrücklich vor Fernsehen, Computer- und Videospielen.  Aus eigenen Jugendtagen wissen jüngere Lehrer, dass gerade gelernter Stoff durch nichts so gut vernichtet wird wie durch anschließendes Computerspielen oder Fernsehen.

 

 

3. Wiederholen der Vokabeln

Der Vokabelkasten soll eine systematisch Wiederholung der schwer zu behaltenden Vokabeln ermöglichen. Im Gegensatz zum Wiederholen der Vokabeln anhand von Listen oder nach dem Buch, werden mit dem Vokabelkasten gut gelernte Vokabeln schnell aussortiert. Diese muss man daher nicht noch zusätzlich wiederholen.

Wichtig ist dabei: Nur gelernte Vokabeln kommen in den Vokabelkasten, und zwar in das erste Fach. Dieses Fach wird, sobald es voll ist oder nach einer gewissen Frist von Tagen, wiederholt. Dazu nimmt man sich die Kärtchen, liest die Vorderseite laut vor (oder lässt sie sich vorlesen) und sagt dann, was auf der Rückseite steht, also die deutsche Bedeutung (evt. mit Stammformen). Wenn man die deutsche Bedeutung schnell und in der Sache richtig angeben kann, dann kommt die Karte in das zweite Fach. Nicht oder nur teilweise oder auch nur mit Mühe gewusste Vokabeln bleiben im ersten Fach.

 

KarteikastenIn gleicher Weise wird auch mit den restlichen Fächern verfahren. Generell gilt dabei: Je höher das Fach, desto seltener wird es „durchgenommen“. Eine Vokabel sollte daher längere Zeit im vierten Fach liegen, bis sie wiederholt wird, so dass man mehr Zeit hat, sie zu vergessen. Nicht gewusste Vokabeln werden noch einmal gelernt und wandern wieder ins erste Fach.

Nachdem eine Vokabelkarte auch das letzte Fach „geschafft“ hat, wird sie zur Seite gelegt (in eine kleines Extrakästchen vielleicht) und nur noch einige Tage vor Klassenarbeiten wiederholt.

Hilfreich für die kontinuierliche Arbeit mit dem Vokabelkasten ist es, wenn Sie zusammen mit Ihrem Kind tägliche feste Termine für die Arbeit absprechen, noch besser natürlich, wenn Sie die Zeit finden können, Ihrem Kind die Wiederholungsvokabeln vorzulesen.