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Was ist der Mos maiorum?

Vielleicht kennst du das Sprichtwort: „Andere Länder, andere Sitten.“ Wie ist das gemeint? Zum Beispiel ist es in Deutschland nicht üblich in der Öffentlichkeit zu rülpsen. Ganz anders in China, dort ist es sogar üblich während einer Unterhaltung zu rülpsen, ohne dass sich jemand daran stört. Man sieht: In anderen Ländern ist bei uns übliches Verhalten manchmal ziemlich unüblich.  

Jede menschliche Gemeinschaft hat solche „übliche Verhaltensweisen“. Das können große Gemeinschaften sein, wie Völker oder Landstriche, oder auch nur Familien. So ist es in der einen Familie üblich erst vom Essen aufzustehen, wenn alle fertigt sind, während in der anderen Familie aufsteht, wer fertigt ist, auch wenn die anderen noch essen.

Unter „Sitte“ versteht man also ein in einer Gemeinschaft übliches Verhalten. Natürlich gab es auch bei den Römern typtisch römische Sitten (übliche Verhaltensweisen). Die Römer haben dafür das Wort mos (m.; Sitte / übliches Verhalten). Oft kommt mos zusammen mit maiores (Vorfahren), mos maiorum bedeutet also „die Sitte der Vorfahren“.

Allerdings umfasst der (!) mos maiorum nicht das übliche Verhalten zu Tisch oder bei Unterhaltungen, sondern das übliche Verhalten im Staat. Im Gegensatz zu den meisten modernen Staaten gab es in der res publica Romana (römischen Republik) kein Grundgesetz, durch das geregelt ist, wie gewählt wird oder wie lange ein Politiker ein Amt ausüben darf. Statt dessen hielten sich die Römer daran, wie es ihre Vorfahren gemacht hatten.

So gab es in  der res publica Romana  zum Beispiel die Regelung, dass jedes Amt nur für höchtens ein Jahr und von mindestens zwei zwei gewählten Männern ausgeübt wird. Auf die Frage, in welchem Gesetz das so festgelegt ist, hätte ein Römer gesagt: „Das haben wir schon immer so gemacht, das ist der Mos maiorum (Sitte der Vorfahren).“