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Schule - eine Wortgeschichte

Viele Schüler (und viele Lehrer) werden es nicht glauben, aber es ist wahr: Der Name unserer deutschen Schule hat seinen Ursprung im  altgriechischen Wort scholä, was übersetzt wird mit Muße.

Die  Menschen der Gegenwart sprechen von Arbeitszeit und Freizeit. Mit Freizeit meinen sie also arbeitsfreie Zeit. Die Menschen der Antike dagegen sprachen von Muße und Unmuße (= keine Muße). Muße hieß bei den Griechen scholä und Umuße hieß ascholä. Die Römer sprachen von otiumund negotium.

Die scholä, die Muße, ist für die antiken Menschen die wahrhaft freie, unbelastete Zeit, die für das Schöne und Wertvolle im Leben übrigbleibt. Darunter ist nun nicht etwa Entspannung zu verstehen, sondern vielmehr Bemühung - aber nicht Bemühung im Sinn von 'Arbeit um zu leben' (denn das ist ja ascholä), sondern Bemühung im Sinne von 'Anstrengung um sich selbst zu verwirklichen'.

Der berühmte griechische Philosoph Aristoteles bringt die Sache auf den Punkt: Arbeit (Unmuße) ist notwendig zum Leben. Muße aber macht das Leben lebenswert. Ohne Muße haben wir kein erfülltes Leben, weil wir nichts lernen, mit dem wir uns verwirklichen können.

Aristoteles meint also mit scholä nicht Freizeit, wie wir sie verstehen.  Alles nur Entspannende, Erholsame, alles ausschließlich Unterhaltende ist keine Muße. Solche Freizeitbeschäftigungen, mit denen wir uns nur von der Arbeit erholen, rechnet Aristoteles als anápausis (Pause) noch zur Arbeitszeit. Die Muße, die uns im Leben voranbringt, ist also die Schule!