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Römische Namen

Es gab im alten Rom nur eine kleine Anzahl von Männernamen (zu den Mädchennamen gleich mehr): Die gebräuchlichsten waren Marcus, Gaius, Publius und Lucius. Oft wurde der Sohn auch einfach nach dem Monat benannt, in dem er geboren wurde: Quintus (der Fünfte), Sextus (der Sechste) oder Decimus (der Zehnte). Warum gab es so wenige männliche Vornamen? Den Römern war der Familienname wichtiger. Die Familie war den Römern sehr, sehr wichtig.

Im alten Rom waren diejenigen Familien besonders angesehen, die zu einer der alten adligen Sippen gehörten. Da gab es die Sippe der Claudier, der Cornerlier, der Meteller oder der Fabier. Solche Sippen bestanden aus vielen Familien.
So konnte es passieren, dass in einer Sippe viele Männer den gleichen Namen hatten, z.B. Quintus Claudius. Das war natürlich verwirrend. Deshalb trugen viele Familien noch einen weiteren Namen, eine Art Spitznamen.

So gab es dann einen Quintus Claudius Pollio („der Reiche") und einen Quintus Claudius Caecus („der Blinde"). Diese Spitznamen wurden dann weitervererbt. Es spielte also keine Rolle, ob Quintus Claudius Flavus wirklich blind war. Einer seiner Vorfahren war blind und seitdem wurde der Spitznamen weitervererbt, um sich von anderen Familie aus der Sippe der Claudier zu unterscheiden.
Und wenn dann immer noch zwei Männer gleich hießen, was ja bei so wenig Vornamen vorkommen konnte, na dann bekamen sie eben noch einen Spitznamen: Quintus Claudius Pollio Barbartus („der Bärtige").

Und die Mädchen? Die Mädchen bekamen einfach den Namen der Sippe mit einer weiblichen Endung: Claudia, Julia, Metella, Fabia, Cornelia usw. Gab es Schwestern, so unterteilte man einfach in „die jüngere Claudia" (Claudia minor) und die „ältere Claudia" (Claudia maior) oder „die dritte Claudia" (Claudia tertia). Wahrscheinlich hatten die Mädchen dazu noch Spitznamen, mit der sie von Eltern und Freunden gerufen wurden.

Sklaven waren oft in weit entfernten Ländern geboren worden und dann erst nach Rom gekommen. Sie stammten aus Griechenland, aus Germanien oder aus Libyen (Nordafrika). Deshalb trugen sie auch griechische (z.B. Aristophanus), germanische oder libysche Namen (z.B. Syphax). Wenn ein Herr einem Sklaven die Freiheit schenkte, so übernahm der Sklave meist den Namen der Sippe seines Herrn, z.B. Aristophanus Claudius Pollio.